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Erwähnenswert ist dazu folgendes:
Jiu-Jitsu ist offenbar im Zuge des Kulturaustausches durch
Mönche und Händler nach Japan gekommen. Belegt ist
aber auch, dass die Samurai waffenlose Kampfsysteme kannten,
mit denen sie sich verteidigen konnten, wenn sie vom Pferd
gefallen oder entwaffnet worden waren. Da das Sumo schon lange
in Japan bekannt war, ist davon auszugehen, dass die Ringtechniken
der Krieger in Rüstungen, die Kumiuchi genannt wurden,
schon gewisse Griffe beinhalteten, die später im Jiu-Jitsu
auftauchten.
Schon im 12. Jahrhundert hat es eine japanische Schule für
den Handkampf gegeben, die von Shinra Saburo gegründet
wurde. Inwieweit hier bereits chinesische Techniken Einfluss
nahmen, ist nicht nachvollziehbar.
Der eigentliche Impuls ging vom Chinesen Chin-Gen-Pin aus,
der 1659 nach Japan kam und dort drei Samurai in einer Art
des chinesichen Boxens unterrichtete. Diese Samurai verbanden
diese Techniken mit dem, was sie schon kannten und nannten
es "Jiu-Jitsu", die nachgiebige Kriegstechnik.
Nachdem das Jiu-Jitsu einmal bekannt war, wurde es an vielen
Schulen, die ihre speziellen Techniken jedoch geheimhielten,
vermittelt. In Büchern und Schriftrollen waren die verschiedenen
Techniken zwar beschrieben, diese Dokumente blieben aber innerhalb
der Schulen und wurden immer nur dem jeweiligen Oberhaupt
übergeben. Während der Tokugawa-Zeit gab es über
100 Schulen für Jiu-Jitsu. Aus diesem Umstand erklärt
sich die Vielfalt des Jiu-Jitsu.
In Japan selbst ist der Ausdruck Jiu-Jitsu weniger geläufig,
als die unter diesem Sammelbegriff subsummierten traditionellen
Schulen beziehungsweise Stilrichtungen wie Takeuchi, Tai Jitsu,
Yoshin ryu, Shinyo ryu, Yawara, Aiki Jitsu der Daito ryu oder
Hakko ryu. All diese Stile sind im Laufe des 20. Jahrhunderts
vereinzelt nach Europa gekommen. Die meisten erreichten uns
jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg.
Jiu-Jitsu hat eine weltweite Verbreitung gefunden. Das Weltzentrum
für Jiu-Jitsu, die Nippon Seibukan Academy in Kyoto,
Japan, wurde 1968 durch die UNESCO als B-Mitglied international
anerkannt.
Japanisches Jiu-Jitsu, wie es heute noch in verschiedenen
Stilformen überliefert wird, ist weit über seinen
Selbstverteidigungswert hinaus ein Lebensstil von hoher Ethik,
Ökonomie und Ästhetik. Wenngleich die Praxis einen
sportlichen Aspekt hat, so ist Jiu-Jitsu nicht in erster Linie
Sport.
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